27 September 2009

Provinz-Schick am Steinsee


Am Steinsee gehts jetzt nobel zu. In dem neuen Steinsee-Bad Restaurant. Loben will ich auf jeden Fall die Terrasse und der großartige Blick auf den Steinsee. Wenn man aber abends hin geht,, hat man nix davon und da fällt einem die Provinz direkt ins Auge und auf den Teller. Wer schon mal im Fidelio in Ebersberg war, weiß was ich meine. So tun, als ob man in NY oder zumindest in München wäre. Die ganze Einrichtung also irgendwie städtisch-modern, dann aber doch billig umgesetzt. Und leider gilt das auch fürs Essen. Zumindest am Steinsee. Dass es einen "Gruß aus der Küche" gibt, finde ich schon sehr lustig. Allerdings ist der "Gruß" so daneben, dass man schnell fliehen sollte: lappige Salatblätter, darauf Krabben aus der Dose getränkt mit einer rosa "Thousand Island Soße" aus der Flasche. Bitte, bitte dann doch weg lassen. Aber auch die Hauptspeisen sind mit viel vorgefertigtem aus der Tiefkühle und dem Profibedarf für Köche eingedeckt. Wenig frisch und so gut wie nix selbst gemacht. Restaurantberater Rach von RTL hätte seine Freude. Schade - denn in der Location würde Potential stecken (wenn der Licht Designer mal da war) und man mehr Authentizität zulassen würde - so bleibt leider nur schlechter Geschmack übrig. Aber ich meckere auf hohem Niveau - denn die Bude war voll, anscheinend gefällt es dem Publikum vom Land.

Kommentare:

Christoph W. hat gesagt…

In die gleiche Kategorie - Provinz-Schik - fällt der Stangl-Wirt in Neufahrn bei Anzing.

Abschreckend bereits die "Ich-finde-alles-gut-solange-es-teuer-ist"-Kleientel.
Am Sonntag Mittag strömen diese zahlreich zum von weither sichtbaren großen Hotel-Restaurant. Ohne Reservierung einen Platz zu bekommen setzt Geduld und Stehvermögen voraus. Beim zweiten Anlauf einer Platzierung - das Personal ist bereits hier angesichts der schieren Menge an Besuchern überfordert - heißt es Warten auf eine freie Speisekarte.

Dort finden sich zu Münchener Preisen die üblichen bayerischen Gerichte, daneben auch ein wenig Gewagteres wie Spinattopfenknödel auf Kürbis-Ragout oder als Vorspeise Paprikamousse mit gebratenem Oktopus. Meine Freundin entschied sich für ein Wiener Brathendl, wo ja kaum etwas falsch zu machen ist.

Dem Sonderwunsch, die Vorspeise mit zwei Tellern zu servieren, kommt man nur per Kopfnicken nach, die Portion selbst ist sehr übersichtlich: Das Paprikamousse entpuppt sich als aufgeschäumter Frischkäse ohne Eigengeschmack, bestenfalls ein wenig aus dem Glutamat-Reagenzglas mit Farbtupfern und Butter, von Gemüse nichts zu erkennen. Eine Frechtheit indes ist der Oktopus. Gebraten dürfte dieser wohl nicht sein, dafür so weichgekocht, dass die Konsistenz eher an Hundefutter erinnert denn an Meeresfrüchte. Auch Geschmacklich habe ich mit Wehmut an die neuen Bio-Hundefutter-Dosen vom DM denken müssen, die tatsächlich appetitlicher duften als der angebliche Oktopus.

Die als Hauptgericht bestellten Spinattopfenknödel entpuppten sich als Witz in Sachen Quantität: Drei walnussgroße Knödelchen auf 2-3 Esslöffel Kürbisragout ließen die Frustration aus der missglückten Vorspeise zur Wut werden. Geschmacklich hatte man hier zwar mit Sauerrahm-Soße und Kürbis ein glücklicheres Händchen als zuvor bewiesen, die Knödel aber waren zum Einen nach zwei Bissen verspeist, zum Anderen wollte die Zunge nicht genau erkennen lassen, was da eben die Geschmacksnerven passiert hatte - bis auf Salz nicht viel festzustellen.

Besser war man mit dem Backhendl bedient, dass für einen stolzen Preis aus drei frittierten Hühnerteilen samt Kartoffelsalat bestand. Geschmacklich und qualitativ ist hier nur wenig vorzuwerfen, außer, dass das jede Imbisbude für ein Drittel des Preises genauso gut hinbekommt.

Das an sich nette und bemühte Personal quittierte die Beschwerden meinerseits mit einem Hochziehen der Augenbrauen, irgendein Entgegenkommen oder eine Entschuldigung konnte oder wollte man sich nicht entlocken lassen.

Dass dann auch noch die Rechnung (zu unseren Ungunsten) fehlerhaft war, stellt das i-Tüfelchen dieses Sonntags-Ausflugs dar.

Wer den Stangl-Wirt, der ja auch als Ort für große Feierlichkeiten angepriesen wird (und in der Planung einer solchen hatten wir diesen auch kennenlernen wollen), in die engere Auswahl einschließt, sollte unbedingt vorher probeessen und dann nicht enttäuscht sein, wenn er dort für viel Geld wenige Unverschämtheiten serviert bekommt.

Die Schickeria verzehrt übrigens sämtliche Frechheiten mit gönnerhaftem Genießerblick - also kann man auch den Antrainieren oder man ist schlichtweg nichts Besseres gewöhnt.

Einmal genügt!

Anonym hat gesagt…

Hallo Christoph, bitte erlaube mir die Frage, wie man auf die Idee kommt, in ein Restaurant gehen zu wollen, in dem das Essen perfekt sein soll, aber bei hoher Qualität nichts kosten darf, obendrein das ganze dann noch ein Geheimtipp sein soll, den sonst keiner kennt, und eine Reservierung überflüssig macht? Das ist in meinen Augen realitätsfremd!
Dass der Stangl-Wirt so gut besucht war - und das gilt auch für den ersten Beitrag zum Steinsee - zeigt doch, dass die Mehrheit wohl anderer Meinung ist. Oder andersherum Du vielleicht mit Deiner Meinung die Ausnahme zu schein seinst.

Christian

Anonym hat gesagt…

Guter Beitrag, nur Absatz zwei muss ich widersprechen!

Anonym hat gesagt…
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Anonym hat gesagt…
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Anonym hat gesagt…
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Anonym hat gesagt…

Hallo Christoph, zufällig lese ich Ihren Bericht vom Stangl-Wirt. Sie müssen wohl im falschen Lokal gewesen sein, denn der Stangl-Wirt den wir kennen befindet sich in NEUFARN bei Anzing. Wir sind Fachleute (keine persönliche Beziehungen zum Stangl-Wirt) und sind seit vielen Jahren sehr zufrieden mit dem Preis-Leistungsverhälnis. Wir haben zu verschiedenen Jahreszeiten, Gelegenheiten, Uhrzeiten dort gespeist. Mit Verschiedenen Personenkreisen und waren immer sehr zufrieden, ob Küche oder Service. Deshalb haben sich unsere Tochter und Schwiegersohn dazu entschloßen Ihre Hochzeit zu feiern und wir aund ebenso alle Gäste waren wieder überaus zufrieden.
Bei diesem wirklich gut geführten und was sehr erwähnenswert ist, sehr geschmackvoll, der Gegend angepaßten Dekoration, muß man halt reservieren. Übrigens: bei schönem Wetter ist der Biergarten einfach eine Wucht.
Probieren Sie es doch einfach nochmal!!!

Anonym hat gesagt…

good site!

Anonym hat gesagt…
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Anonym hat gesagt…
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